Tagebuch 07.04.-30.04.2015

07.04. und 08.04.2015

Mit dem Zug geht es nach Frankfurt und mit dem Flieger weiter nach Washington D.C.

Als Haushaltsausschuss, zuständig für das Auswärtige Amt, wollen mein Kollege Alois Karl (CSU) und ich, begleitet vom Außenministerium, uns unsere Liegenschaften und Organisationen ansehen, die aus unserem Haushaltstitel Zuweisungen erhalten. Washington ist unsere erste Station. Hier besuchen wir den German Marshall Fond, aber auch die deutsche Botschaft und die deutsche Schule. Bei den Sanierungsarbeiten an der dt. Botschaft, ein Eiermann-Bau, fällt mir einmal mehr auf, dass unsere duale Ausbildung doch etwas wert ist. Nur ein kleines Beispiel: bei uns käme man wohl nicht auf die Idee, einen Zähler in zwei Meter Höhe anzubringen und ihn dann noch auf den Kopf zu drehen...

Und noch etwas: Leute, ich rege mich nie wieder über deutsch Straßen auf! Ja, in Deutschland muss viel in die Infrastruktur gesteckt werden, aber in den USA auch. Es ist leider gar nicht komisch, wenn ein Amerikaner dann mit zwinkerndem Blick Dich fragt: was macht ein Amerikaner, wenn die Straßen schlecht sind? Er kauft sich einen Geländewagen! 

Doris BarnettAm Morgen des 08.04. empfängt uns unser Botschafter in der Residenz, unweit der Botschaft, zu einem Briefing und Frühstück. Dr. Wittig war zuvor "unser" Mann, also Botschafter, bei der UNO in New York. Er ist bestens vernetzt und kann uns wirklich zu vielen Fragen, die wir haben, ausführlich informieren. Dann gehen die Besuche weiter - bei wenig angenehmen Wetter. Überhaupt ist es hier so kühl wie bei uns zu Hause.

Am Abend fahren wir alle mit dem Zug nach New York. Auch eine interessante Erfahrung. Weil es schon nach 18:00 Uhr ist, bekommen wir von der vorbeirauschenden Landschaft nur sehr wenig mit. Nun, unser Gleisbett ist "ruhiger", viel ruhiger...

New YorkWir checken mitten in New York ein, auf Manhattan. Wenn ich aus meinem Fenster schaue, dann spiegelt sich das Chrysler-Gebäude darin.

 

09.10.15 - New York

Im Deutschen Haus, das wir vom Hotel aus schneller zu Fuß als mit einem Taxi erreichen, treffen wir Vertreter des Goethe-Instituts, des DAADs und des Hauses der Innovation und Wirtschaft. Wir erfahren hier viel -nicht zuletzt, weil man ja auch nachfragen kann- über die Tätigkeit der Institutionen, wie sie aufgestellt sind, mit wem sie zusammenarbeiten. Hier sind alle erfolgreich am Arbeiten und strengen sich redlich an, nicht nur Vorgaben zu erfüllen, sondern auch mal was Neues zu versuchen, andere Wege zu gehen. Wir Berichterstatter sind zufrieden.

USANatürlich gehört auch ein Abstecher AM Weißen Haus (nicht IM Weißen Haus) dazu.

Das Haus in der 5th Avenue gegenüber des "Museum of Modern Art" (MoMa) besichtigen wir auch und warten gespannt auf ein neuen Nutzungskonzept.

Am Abend ging es mit erheblicher Verspätung von NY nach Los Angeles, wo ich dann kurz vor Mitternacht ankam.

 

 

 

 

Sonntag, 12.04.2015

Am Sonntag Nachmittag kommen vom Bildungsträger VFBB aus Speyer Frau Eberle und Frau Schaaf in Los Angeles an. Wir setzen uns zusammen und besprechen die nächsten drei Tage, in denen wir unser deutsches duales Ausbildungsmodell hier in der Region vorstellen und eine Ausbildungspartnerschaft anstoßen wollen.

 

Montag, 13.04.2015

Am Morgen treffen wir uns mit dem deutschen Generalkonsul, Dr. Bernd Fischer (ein Pfälzer - er kommt aus Kaiserslautern!), und fahren zum Santa Ana College. Hier warten Lehrpersonal und auch Leute aus der Wirtschaft auf uns. Frau Eberle stellt das Projekt vor, das sie auf amerikanische Bedürfnisse angepasst hat. Natürlich gibt es auch viele Nachfragen. Anschließend erhalten wir einen Rundgang in die Werkstatt, die man für den Bereich Kfz-Mechatronik eingerichtet hat. 

Von hier geht es weiter zum South Bay Workforce Investment Board. Hier sind Unternehmer und die Handelskammer zusammen und wollen auch erfahren, wie wir eine Ausbildungspartnerschaft gestalten können.

Gegen 17:00 Uhr treffen wir im Generalkonsulat ein und besprechen die Erlebnisse und Diskussionen des Tages. Gerne hätten wir auch den Vertreter von VW dabei gehabt, aber leider musste er wegen einer Automesse absagen.

  

Dienstag, 14.04.2015

Doris BarnettHeute geht es zum Los Angeles Trade Technical College. Die stellvertretende Direktorin begrüßt uns und erläutert uns die Aufgaben ihrer Einrichtung. Diese ist fast so etwas wie eine Berufsschule bei uns, es gibt Lehrwerkstätten, aber auch ganz klassische Unterrichtsräume/Hörsäle wie bei unseren FHs. Später kommt noch der Direktor dazu, der früher auch der stellvertretende Bürgermeister von Los Angeles war. Die Politik ist auch hier sehr daran interessiert, jungen Menschen eine Chance zu verschaffen, damit sie sich den Lebensunterhalt selbst verdienen können. Doris Eberle erläutert ihren Vorschlag der Ausbildung - aber in Modulen, was denarbeitenden Studenten sehr Entgegenkommen würde.

Wir erhalten einen Rundgang durch die Kfz-Werkstatt, die im Laufe der Jahre immer weiter gewachsen ist. Mittlerweile würde die Anschaffung dieser Werkstatt $40 Mio. kosten. Diese Bildungseinrichtung kann über Anmeldungen für eine Ausbildung nicht klagen, es gibt eine Warteliste von 1,5 Jahren.

  

Mittwoch, 15.04.2015

USAHeute geht es nach San Diego. Auch hier sprechen wir vor Leuten aus dem Bildungsbetrieb (incl. der Dekanin der UC SD), Werkstattbesitzern, Kammermitgliedern. Der deutsche Honorarkonsul vor Ort, Dr. Sebastian Hollmann, hat die Runde zusammengestellt, weil er selbst seit vielen Jahren in San Diego lebt und die Lücken im Ausbildungssystem gut kennt. Auch hier kennen die Anwesenden ein Problem, das auch uns geläufig ist: die Eltern wollen, wenn es irgend möglich ist, dass ihre Kinder studieren (keine schmutzigen Hände haben). Dabei kostet ein Studium in den USA wirklich viel Geld ($50.000 pro Jahr ist eher die Regel!), und eine Garantie auf einen Arbeitsplatz ist das noch lange nicht! 

Hier in San Diego besuchen wir auch noch eine Partner-Schule, an der deutsch unterrichtet wird.

 Na, mal sehen, ob ich das AEG in Frankenthal dafür interessieren kann.

Ich verabschiede mich dann von den Gästen aus Speyer und werde zu meinem nächsten Termin gebracht. Alle Teilnehmer/Redner der Tagung der Chapman Universität treffen sich zum Kennenlernen zu einem Abendessen. Ich freue mich, dass unser Generalkonsul mich begleitet. Er wird als ausgewiesener außenpolitischer Kenner demnächst eine Professur an der Uni antreten. Das wird sicherlich auch dazu führen, dass man sich mit der europäischen Sichtweise der Weltpolitik mal auseinander setzt.

 

Donnerstag, 16.04.2015

Heute Morgen geht es zeitig los. Um 8:00 Uhr werden wir Redner vom Hotel abgeholt und zur Uni gebracht. Es geht um "Frozen Conflicts", also die noch schwelenden internationalen Konflikte wie die in der Ukraine, Moldavien, Georgien, Aserbaidschan und Armenien, Nordirland usw. Ich trage als erste vor. Dann geht es noch bis 17:00 Uhr weiter.

Am Abend hat mich mein Sohn in den Soho-Club von LA eingeladen, wo sich die "Reichen und Schönen" und auch Film- und Fernsehstars treffen. ehrlich: ungeschminkt erkenne ich die Leute kaum....

 

Am Freitag, 17.04.2015 geht es zum Flieger und in Richtung Deutschland.

Am Samstag, 18.04.2015, komme ich an und kann wenigstens die nächsten 30 Stunden zu Hause verbringen, bevor es mit dem Zug in Richtung Straßburg geht, zur nächsten Sitzungsrunde des Europa-Rates - die Sitzungswoche des ER und des Bundestages überschneiden sich diese Woche mal wieder. 

Bis Dienstag bleibe ich in Straßburg und nehme an den verschiedenen Sitzungen Teil, bevor ich am Dienstag Abend zurück nach Berlin fliege.

Vom Mittwoch, 22.04., bis Freitag, 24.04., bin ich in Berlin - und abends geht es mit dem Flieger nach Mannheim.

Nun ja, auch jetzt ist mein Aufenthalt nicht besonders lang, denn es geht am Samstag Abend nach Kopenhagen, weil am Sonntag, 26.04., um 9:00 Uhr, die Präsidiumssitzung anfängt. und die ist außerordentlich wichtig, weil wir heute einen neuen Generalsekretär für die OSZE PV zu wählen haben! Insgesamt 7 mal füllen wir unsere Stimmzettel aus, dann haben wir ein eindeutiges Ergebnis: mit 15:5 Stimmen wird der Italiener Roberto Montella gewählt.

Am Abend sind wir Gast der dänischen Delegation und werden zum Essen eingeladen.

Am Montag, 27.04.2015, haben wir ein weiteres Seminar der Reihe "Helsinki +40", in dem wir über Fortschritte und Rückschläge informiert werden. Abends geht es wieder mit dem Flieger nach Frankfurt und mit dem Zug nach Mannheim. Es ist wieder spät.

Zu Hause heißt es: Koffer umpacken, denn am nächsten Tag, Dienstag, 28.04.2015, fahre ich mit dem Auto nach Luxemburg. Der Unterausschuß EU des Haushaltsausschusses hat hier Gesprächstermine mit verschiedenen Europäischen Einrichtungen. Unsere Botschafterin gibt uns einen interessanten Einblick in ihre Erfahrungen mit den Institutionen. Auch für uns gibt es mehr als nur ein "Aha"-Erlebnis. So wäre das Europäische Statistikamt (EUROSTAT) sehr froh, wenn alle Ebenen der öffentlichen Hand die Doppik umsetzen würde. Aber Politik ist keine Statistik und der Staat ist kein Unternehmen mit einem Unternehmenswert, der abgeschrieben wird... Interessant wird es dann wieder bei der EIB, der Europäischen Investitionsbank. Sie finanziert Projekte, vergibt also keine Darlehen. Das werde ich den Kämmerern meines Wahlkreises mitteilen, weil die EIB auch interessiert ist, mit Kommunen ins Gespräch zu kommen. Und der Direktor, Dr. Hoyer, ist Deutscher.

Am Mittwoch, 29.04.2015, geht es nach dem Gespräch mit der EIB auf den Heimweg, der dieses Mal sogar schneller ist als der Hinweg (muss etwas mit der Raum-Zeit-Krümmung zu tun haben.

 

Donnerstag, 30.04.2015

Heute Morgen haben wir eine Sitzung des VFBB, bei der wir über die Geschäftsentwicklung des gesamten Vereins informiert werden. Es läuft wieder gut, es gibt eine große Nachfrage in fast allen Geschäftsbereichen. Auch wird über das Projekt "Ausbildungspartnerschaft" berichtet.

Nachdem ich um 14:00 Uhr wieder zu Hause bin, will ich endlich mal zur Ruhe kommen, wenigstens für ein paar Stunden - und das in den eigenen vier Wänden!

Tagebuch - 23.03.-06.04.2015

Tagebuch

Montag, 23.03.2015

Heute Morgen geht es wieder beizeiten los: um kurz vor 7 Uhr aus dem Haus, nach Mannheim zum Flieger und dann nach Berlin. Nachher werden ein paar Leute kommen, die sich meine Wohnung anschauen wollen. Dann noch ein paar Kleinigkeiten zum Essen besorgen und dann ins Büro. Wir haben nochmals aus Sicht der Haushälter eine Anhörung zur Pkw-Maut. Und natürlich haben auch wir die unterschiedlichen Gutachter, wobei fast alle meinen, dass diese "Gebühr" viel weniger in die Kassen spülen wird, als dies der Verkehrsminister tapfer zu verteidigen versucht. Anschließend ist noch die Fraktionsvorstandssitzung. Für den Abend habe ich mir vorgenommen, eine gute Freundin zu besuchen, die ich seit über einem halben Jahr nicht mehr gesehen habe. Freundschaften am Leben zu halten, ist halt schon schwer, wenn die Freizeit eingeengt ist.

 

Dienstag, 24.03.2015

Heute Morgen kann ich immerhin an zwei von drei Frühstücksrunden teilnehmen. Da ist zunächst das Treffen mit dem Vorstand der Parlamentarischen Gesellschaft. Wir bekommen die Nachricht, dass das Kunstwerk im Kaisersaal jetzt entfernt werden darf und wir nach Jahren an die Renovierung des Raumes gehen können.

Bald aber muss ich mich verabschieden. Es geht weiter zum Auswärtigen Amt. Der Außenminister hat zur Frühstücksrunde die Arbeitsgruppe der SPD eingeladen und als Haushälterin für diesen Bereich bin ich da mit dabei. Ich will ja wissen, was geplant/angedacht ist, insbesondere, wenn es haushaltsrelevant ist.

Deshalb verpasse ich auch jetzt die zeitgleich stattfindende Arbeitsgruppensitzung meiner SPD-Haushälter, aber zur gemeinsamen Sitzung der Koalitionsarbeitsgruppe bin ich wieder im Paul-Löbe-Haus.

Am Nachmittag ist dann die Fraktionssitzung und im Anschluss ist der gemeinsame Termin aller rheinland-pfälzischen Abgeordneten mit der Botschafterin von Ruanda, Frau Christine Nkulikiyinka. Das Interessante dabei ist, dass die Botschafterin als junge Studentin in Ludwigshafen bei den Verkehrsbetrieben gejobbt hat und mit meiner Mitarbeiterin Heidi Hänsel damals die Fahrscheine kontrolliert hat. Deshalb sind ihr auch manche Pfälzer Ausdrücke immer noch geläufig!

 

Mittwoch, 25.03.2015

Um 08:30 Uhr geht es mit der Unter-Arbeitsgruppe Europa des HHA los. Wie immer ist Griechenland das Hauptthema. Auch besprechen wir die Reise unseres UA Europa nach Luxemburg, wo wir uns auch über die Kontrolle der zur Verfügung gestellten Gelder erkundigen wollen. In der letzten April-Woche werden wir dorthin fahren.

Dann habe ich endlich Zeit für Büro-Arbeit, also Post lesen, mich mit meinen Mitarbeitern besprechen, die letzten Feinheiten für das Seminar am Wochenende besprechen.

Wie immer beginnt um 14 Uhr der Haushaltsausschuss. Er dauert länger, als ich erwartet habe, und so kann ich nicht beim Gespräch des Auswärtigen Ausschusses mit dem ukrainischen Parlamentspräsidenten dabei sein.

 

Donnerstag, 26.03.2015

Heute Früh muss ich zunächst Brötchen besorgen für das zweite Frühstück!

Um 8 Uhr gehe ich seit langer Zeit mal wieder zur Seeheimer Frühstücksrunde. Es geht wie so oft richtig zur Sache. Auch uns treibt es um, dass wir zwar alle Wahlversprechen erfüllen, eins nach dem anderen, aber wir (die SPD) das nicht auf unser politisches Konto gutgeschrieben bekommen, sondern es scheint, als wird das von der Bevölkerung alles der Kanzlerin "angerechnet". Dabei weiß auch sie, dass viele dieser Erfolge ohne die SPD mit in der Regierung gar nicht möglich wären.

Anschließend richte ich das (zweite) Frühstück aus: aus Ludwigshafen habe ich Hausmacher Wurst (Leber-, Grieben-, Brat- und Fleischwurst und Schwartenmagen -mager- mitgebracht zur Berichterstatterrunde der Haushälter für den Einzelplan 05 und die Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes. Tja, wenn die Leute nicht in die Pfalz kommen, dann kommt die Pfalz zu Ihnen. Neben mir ist ja auch noch der Tobias Lindner von den GRÜNEn aus der Pfalz (Germersheim). Ich stelle fest: die Wurst schmeckt!

Am Nachmittag habe ich noch Schriftführerdienst, bevor ich noch für einige Stunden an den Schreibtisch kann.

 

Freitag, 27.03.2015 bis Montag, 30.03.2015

Heute kann ich nur zur Sitzung des UA Europa mit einem Sachverständigen der EIB. Dann muss ich mich auch schon auf den Weg Richtung Heimat machen. Ich kann nicht an den für diesen Tag angesetzten namentlichen Abstimmungen teilnehmen (Maut), weil ich rechtzeitig -vor den Gästen- in Leinsweiler sein muss.

Für dieses Wochenende habe ich zusammen mit dem Auswärtigen Amt und der OSZE PV eine Tagung im Leinsweiler Hof organisiert. Mit dabei sind Abgeordnete aus der Ukraine und Russland, aus Frankreich und der Schweiz und natürlich auch aus Deutschland. Dazu kommen noch der ehem. OSZE PV-Präsident Krivokapic aus Montenegro und der jetzige OSZE PV-Präsident Kanerva aus Finnland. Mit dabei ist auch unser AA und drei ausgezeichnete Fachleute, die zum Thema sprechen. Am Beispiel der Geschichte zwischen Deutschland und Frankreich - und hier speziell der Pfalz und des Elsaß - wird aufgezeigt, wie aus Erbfeinden die besten Freunde wurden, Grenzen und Staatszugehörigkeiten in den Hintergrund treten. Zu welchem Wahnsinn strategisch-politische Überlegungen führen können, wird den Teilnehmern beim Besuch der Westwall-Reste in Steinfeld und der Maginot Linie in Schoenenbourg gezeigt. Dort begrüßt uns auch der örtliche Abgeordnete Reiß, dessen Großvater im Laufe seines Lebens vier Mal die Staatsbürgerschaft wechseln musste.

Theresia Riedmeier begrüßte die Gäste in der Pfalz und ließ jedem ein kleines Präsent überreichen. Die Broschüren ließen etliche Teilnehmer überlegen, ob sie nicht mal privat hierher kommen wollen - in Deutschlands Toscana!

Kurt Beck sprach am Samstag Abend zu den Gästen und unterstrich einmal mehr die Bedeutung einer friedlichen Beilegung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine.

Insgesamt war die Veranstaltung ein großer Erfolg. Natürlich können ein paar Abgeordnete nicht die Welt aus den Angeln Hebeln und Vereinbarungen treffen. Aber die Gespräche und die Zusicherung, zu Hause tätig zu werden, sind viel Wert. Denn jetzt gilt es auch, Vertrauen zu bilden. Die Presseresonanz war leider nicht groß, offenbar ist eine solche Veranstaltung nicht wirklich spannend genug. Dafür waren die Teilnehmer so begeistert und angetan, dass sie unbedingt diese Gespräche fortführen wollen. Ich freue mich über das Vertrauen, das alle Seiten in mich haben.

 

Dienstag, 31.03.2015

Die Frühlingsstürme haben auch die Pfalz und LU im Griff. Aber da es drinnen ja trocken ist, scheut uns das Wetter nicht. Heute treffen sich SPD-Abgeordnete aus der Metropolregion, um über die wirtschaftliche Situation privater Regional-TV-Sender zu reden. Die Umstellung der Sendetechnologie erfordert einen erheblichen finanziellen Aufwand, der schon einige TV-Sender zum Aufgeben gebracht hat. Dabei kommen die aktuellen Lokalnachrichten zunehmend mehr von diesen Kanälen (auch Radio) als von klassischen öffentlich-rechtlichen Sendern. Da geht es auch um Werbeeinnahmen und einmalige Zuschüsse. Und das alles ist ein klassisches Feld nicht der Bundespolitik, sondern der Landespolitik!

 

Mittwoch, 1.04.2015

Man soll es nicht glauben, es ist heute ganz einfach ein relativ ruhiger Büro-Tag, was auch unheimlich wichtig ist. Dabei müsste ich mich jetzt dringend vorbereiten auf meine Dienstreise, die ab dem 7.04.2015 bis zum 18.04.2015 ansteht. Ich bin erst mit meinem Kollegen vom HHA in Washington D.C. und anschließend in NY. Da geht es um unsere Liegenschaften uns politische Gespräche. Dann geht es weiter nach Los Angeles, um die Ausbildungspartnerschaft zu starten und zum Abschluss noch ein einem Symposium an der USC teilzunehmen und einen Vortrag zu den "Frozen Conflicts" zu halten. Nun ja, dafür ist Das lange Oster-Wochenende vorgesehen!

 

Donnerstag, 02.04.2015 - Montag, 06.04.2015

Meinem Mann geht es nicht gut - ich sage alles ab, packe ihn ins Auto und bringe ihn zum Arzt. Er hat eine Grippe, und da ich ja in wenigen Tagen wieder weg muss, werde auch ich gleich verarztet. Zu Hause wird jetzt alles ein paar Gänge heruntergeschaltet. Es sind Ruhe- und Feiertage angesagt - und etwas Arbeit, denn ganz "ohne" geht doch nicht.

Tagebuch - 10. - 17.03.2015

Tagebuch

Dienstag, 10.03.2015

Heute komme ich zum ersten Mal überhaupt nach Schweden. Beim Anflug auf den Flughafen von Stockholm bin ich fasziniert, aus wie vielen kleinen (und bewohnten) Inseln die Region besteht. Da kommt einem sofort in den Sinn: wie organisiert man hier Schule, ÖPNV, Ver- und Entsorgung - eine riesige Aufgabe für die Gemeinschaft!

Vom Flughafen geht es zum Hotel in der Innenstadt von Stockholm. Das Zimmer ist zwar wirklich klein, aber sehr freundlich und zweckmäßig (IKEA läßt grüßen). Und plötzlich öffnet sich die Tür - noch jemand von unserer OSZE PV-Gruppe hat einen identischen Zimmerschlüssel erhalten. Nun, das Missverständnis ist schnell aufgeklärt und wir treffen uns später beim Abendessen mit allen Teilnehmern. Kent Härstedt, mein schwedischer Kollege, zeigt uns dann nach dem Essen bei einem kleinen Spaziergang, wo wir sind: um die Ecke vom Parlament und vom königlichen Schloss.

 Mittwoch, 11.03.2015

Weil wir den Weg ja kennen, laufen wir die kurze Strecke vom Hotel zum Parlamentsgebäude, wo wir unsere OSZE PV-Veranstaltung durchführen. Wir haben hier auch ausgezeichnete Referenten, auch vom schwedischen Institut für Auslandsbeziehungen. Die Diskussion um den Ukraine-Konflikt führt zwar nicht zu einer Lösung, aber das war auch nicht beabsichtigt war. Aber ohne den Versuch, alle Seiten wenigstens zu verstehen (ist nicht mit bestätigen oder gar rechtfertigen zu verwechseln!), werden wir es nicht schaffen, überhaupt über Lösungen zu reden.

Zum Mittagessen wird uns ein kleines Buffet gerichtet und wir haben die Chance, uns in einem raschen Durchmarsch das Parlamentsgebäude anzusehen (und wieder die Feststellung beim Blick durch das Fenster: hier hat es unheimlich viele Inseln!).

Die Veranstaltung geht bis kurz vor 17 Uhr und dann heißt es für mich auch schon wieder: Rückreise antreten. Nun ja, das war dann Schweden.

Donnerstag, 12.03.2015

Heute Morgen ist Zeit für's Büro. Da ist halt die Post aufzuarbeiten, mit den Mitarbeitern zu sprechen. Und natürlich gibt es auch Termine. Ich habe mich mit einem Mittelständler verabredet und informiere mich über seine Arbeit. Dann bereite ich mich für die Unterbezirks-Ausschussitzung vor, d.h. ich notiere mir Stichpunkte zu den aktuellen Themen in Berlin und sammle die Unterlagen dazu. Dann geht es nach Mutterstadt zur Sitzung.

Freitag, 13.03.2015

Heute steht ein offizieller Termin im Kalender, nämlich die Einweihung des neu gestalteten Vorplatzes zum Rathaus-Center. Eine schöne kleine Feier und viele sind gekommen! Und ja, die neue Springbrunnenanlage ist wirklich sehr schön - und wird zu einem Riesenspaß für Kinder, wenn es dann auch wieder warm ist!

Am Nachmittag steht mir ein schwerer Gang bevor: der Ehemann meiner Mitarbeiterin Heidi war wenige Tage zuvor gestorben und die Urne wird heute Nachmittag beigesetzt. So etwas ist immer bitter.

Am Abend versuche ich, beim Sport die Anspannung des Tages loszuwerden.

Samstag, 14.03.2015

Heute stehen wie immer am Wochenende "Hausarbeiten" auf dem Plan. Am Nachmittag gehe ich mit meinem Mann zur Mitgliederversammlung meines Ortsvereins. Dieter Feid und Heike Scharfenberger nehmen die Jubilar-Ehrungen vor. Anschließend finden die Neuwahlen statt.

Am Abend gehen wir, mein Mann und ich, zum Wasserball-Spiel WSV Friesenheim gegen Frankfurt. Das Spiel davor gegen die Frankfurter hat der WSV mit einem Tor Unterschied verloren. Jetzt heißt es, unsere Jungs anzufeuern! Und tatsächlich, mit großem Einsatz gewinnen "unsere" mit 5 Toren Vorsprung!

 Sonntag, 15.03.2015

Heute kocht mein Mann für uns alle das Essen. Aber vorher gehe ich nach Großniedesheim zur Eröffnung des Ostermarktes. Jedes Jahr findet dieser statt, in der Friedenshalle. Wer noch nicht dort war, sollte im kommenden Jahr darauf achten. Denn die (wenigen) Ausstellen haben wirklich tolle handgemachte/selbstgemachte Sachen im Angebot: vom Eierlikör über Grußkarten bis hin zu wirklich schönem Modeschmuck zu sehr günstigen Preisen. Und selbstverständlich gibt es auch schöne Grüngestecke zu Ostern: von ganz klein bis große Gestecke und Kränze! Alles ganz prima! Da kann man den Bürgermeister Michael Walther nur unterstützen, dass diese Veranstaltung - wie auch der Weihnachtsmarkt - erhalten bleibt.

Nach dem Mittagessen und dem Bügeln geht es zum Kofferpacken und dann via Mannheim (Zug) nach Frankfurt-Flughafen und ab nach Berlin. Bis 21 Uhr bin ich dann wieder in meinen Berliner Räumen.

Montag, 16.03.2015

Heute Morgen geht es erst Mal nach Wolfsburg. Hier treffe ich einen Manager des VW-Werks von Chattanooga (Tennessee) und den Ausbildungsverantwortlichen von Wolfsburg. Wir besprechen das Vorhaben einer Ausbildungspartnerschaft. 

Dann geht es zurück nach Berlin und ins Büro. Hier habe ich ein paar Stunden Zeit für meinen Schreibtisch, bevor es zur Sitzung des Fraktionsvorstandes geht. Anschließend arbeite ich noch etwas, gehe aber um 21 Uhr in meine Wohnung.

Dienstag, 17.03.0215

Der Tag heute beginnt mit der Arbeitsgruppe Haushalt und wir besprechen die Kabinettsvorlagen zum Nachtragshaushalt 2015 und die Eckwerte für 2016. sehr zufrieden sind wir, dass unsere Verhandler (Gabriel, Oppermann, Schneider und Kahrs) tatsächlich € 5 Mrd. mehr für unsere Kommunen herausverhandeln konnten. Da hoffe ich, dass wir auch die Hochstraße Nord unterbringen können.

Anschließend treffen wir uns mit den Kollegen und der Kollegin vom Koalitionspartner, um die Ausschuss-Sitzung des nächsten Tages zu besprechen.

Mit meinem Kollegen Alois Karl Stimme ich unsere Berichterstatter-Reise nach New York und Washington ab, die wir nach Ostern antreten.

Am Nachmittag findet wie immer am Dienstag die Fraktionssitzung statt. Um 17 Uhr treffe ich im Büro meine IPPlerin, die bis Ende Juni bei mir im Büro ist. Es ist Marina Savchenko aus Kaliningrad (Königsberg).

Am Abend haben wir noch ein schönes Abendessen in Großbeeren, bei dem ich auch ehemalige Kollegen wiedertreffe.